Hutter&Wirth
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![]() René Groebli
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Nach einer kurzen Ausbildung bei Hans Finsler in der Fotoklasse der Kunstgewerbeschule Zürich absolviert Rene Groebli (*1927) eine Lehre als Dokumentarfilm-Kameramann, die er 1948 mit Diplom abschliesst. Gleichzeitig verfolgt er jedoch seine fotografischen Interessen weiter und beschäftigt sich intensiv mit der Darstellung von Stimmung und Bewegung. 1949 publiziert er das Portfolio «Magie der Schiene», ein poetischer Essay, der das Erlebnis einer Fahrt mit der Eisenbahn in eine filmisch-assoziative Bilderreihe umsetzt. In den frühen fünfziger Jahren arbeitet Groebli als Reporter für internationale illustrierte Zeitschriften, der hektische Umgang mit Tagesaktualitäten genügt jedoch seinen sensiblen Bildvorstellungen in keiner Weise. Gleichsam als Gegenreaktion publiziert er 1954 die intime und suggestive Serie «Das Auge der Liebe». In den darauf folgenden Jahren betreibt Groebli ein Studio für Industrie- und Werbefotografie. Er entdeckt die Farbfotografie und tastet sich neugierig, konsequent und mit grossem handwerklichem Können an die Grenzen der Möglichkeiten dieses Mediums heran. 1957 wird er im renommierten amerikanischen «Color Annual» Master of Color genannt. Seine beiden Publikationen «Variation» (1965) und «Variation 2» (1971) belegen diese Pionierarbeit. Anfang der achtziger Jahre gibt Groebli die Werbefotografie auf, zieht sich nach Südfrankreich zurück und besinnt sich wieder auf die Ausdrucksmöglichkeiten der Schwarzweissfotografie. Zur Ausstellung (1999 im Kunsthaus Zürich) legt Groebli die 1978 aufgenommenen, aber erst später überarbeiteten und verdichteten Aufnahmen aus New York als ein geschlossenes, in limitierter Auflage gedrucktes Portfolio mit dem Titel «N.Y. Melancholia» vor. Kontrastiert mit symbolhaften Aufnahmen verbrannter Bäume wird diese Bildserie zur Ballade von Leben und Tod, zu einem Abgesang auf die moderne Zivilisation. Mit weiteren ausgewählten Themen dokumentiert die Ausstellung Groeblis leidenschaftliche Suche nach subjektivem Ausdruck und fotografischer Poesie zwischen Schwarzweiss und Farbe, zwischen Bewegung und «Still-life», zwischen Realität und Traum, zwischen Magie und Melancholie. (Text verfasst zur Ausstellung der Schweizerischen Stiftung für Photographie 1999 im Kunsthaus Zürich). Martin Gasser
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