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1993 verbrachte Andreas Wolfensberger sechs
Monate in einem Atelierhaus im ägyptischen Dorf Shabramant in der Nähe von
Kairo. Ermöglicht wurde der Aufenthalt dank einem Stipendium der Pro
Helvetia und der Konferenz der Schweizer Städte für Kulturfragen. Daraus
entstanden ist das Projekt „Ein Weg zu den Pyramiden“. Wolfensberger mit
seiner Kamera, zu Fuss und mit dem Fahrrad unterwegs, fiel den Menschen auf.
Er wurde mit ihnen vertraut und eingeladen. So erhielt er tiefen Einblick in
die Lebensweise von Menschen in der schwierigen Zeit eines Umbruchs: die
Stadt drängt aufs Land und umgekehrt.
Der vom Fotografen gewählte Weg führt vom ländlichen Shabramant über
Feldwege, einem Bewässerungskanal entlang, an Fellachenhütten vorbei ins
Nachbardorf Haraneya, von dort unter der noch unfertigen Autobahnbrücke
durch in die neuen Quartiere von Gise, die bis zu den Pyramiden reichen. Der
Weg bedeutet auch Lebensweg, Geburt und Tod. Das Bild der bewässerten Felder
steht für das werdende Leben, das der Pyramiden für das Totenreich, und die
Bilder dazwischen erzählen Geschichten vom Leben.
Andreas Wolfensberger (geb. 1942) hat viele Länder bereist und Reportagen
für Zeitungen und Zeitschriften sowie eine Reihe von Fotobüchern realisiert.
Er lebt und arbeitet in Winterthur. Zu seinen Buchpublikationen gehören
u.a.: Krakau; Bahnland Schweiz; 1310 Grad Celsius; Zürich; Armenien: Stein
um Stein. Stasia Hutter stellte Wolfensberger 2004 erstmals in Basel aus.
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